Heute präsentieren wir euch unser erstes Experten-Interview. Jiri Klabouch (42) aus Tschechien gibt einige Tipps für Anfänger, z.B. was braucht man an Equipment und welches sind die schönsten Spots. Mit seinen 10 Jahren Erfahrung im Kitesurfen erzählt er aus dem Nähkästschen. Wir wünschen euch viel Spaß!
sportkiten: Wann hast du mit dem Kitesurfen angefangen? Was hat dich dazu bewogen?
Jiri: Ich habe 2002 mit dem Kitesurfen angefangen. Vorher war ich 20 Jahre als Windsurfer auf dem Wasser unterwegs. Kitesurfen war für mich persönlich völlig neu. Deswegen habe ich das ausprobiert.
sportkiten: Was braucht ein Kite-Anfänger an Ausrüstung (Equipment) zu Beginn?
Jiri: Man braucht mindestens einen Kite von 9 m2 oder 12 m2 Größe, eine Bar inklusive Lines, Harnes (Trapez) und ein Board. Dazu braucht man auch Kleidung, je nachdem wo man surfen möchte. In warmen Gegenden genügt ein T-Shirt und eine Shorts. In kälterer Umgebung braucht man dann einen Neoprenanzug. Wenn es wirklich sehr kalt ist (z.B. im Winter) ist es notwendig, einen trockenen Neopren zu haben (in diese dringt das Wasser nicht ein). Ansonsten ist es am Anfang am Besten, sich für einige Zeit einen Lehrer einer Kiteschule zu holen. Kiteschulen verleihen dir alles was du brauchst, für Anfänger haben sie auch extra große und breitere Boards.
sportkiten: Wie viel Geld braucht ein Anfänger zu Beginn? (Tschechische Republik)
Jiri: Das hängt davon ab, wie anspruchsvoll du bist, im Durchschnitt ca. 2000 €.
sportkiten: Wo hast du erstmals auf dem Board gestanden?
Jiri: Dominikanische Republik – am Strand CABARETE.
sportkiten: Könntest du etwas über die Orte erzählen, die du schon besucht hast? Was macht sie so interessant?
Jiri: Philippinen – Zeit: Januar/Februar – Wärme, das Wasser war kristallklar, der Wind wehte nur sehr schwach.
Fuerteventura / Kanaren – Zeit: Mai bis Juni – windig zu 70 %, es gibt dort eine große Auswahl an verschiedenen Spots.
Griechenland – Zeit: Juli bis August, kaum Wasserbewegung vorhanden.
Mui Ne / Vietnam – Zeit. Januar/Februar, windig zu 60%, sehr wilde Wellen und dadurch recht anstrengend zu kiten.
Mauritius - südliche Küste, Zeit: September bis Oktober, windig zu 90 %, das Wasser war sauber und warm, es ist eines der Top 10 Wasserreviere. Die Wellen sind auf Manava bis zu 7 Meter hoch. Das kann ich jedoch nur fortgeschrittenen Kitern empfehlen. Nachteile von Mauritius sind der gefährliche Meeresstrom und Haie.
Cumboco / Brasilien – Diesen Ort mag ich am liebsten. Zeit: September bis Dezember, windig zu 99%, das Wasser war warm, aber etwas trüb. An einer Stelle gab es Wellen, die ca. 3 Meter hoch waren. Für Kite-Anfänger gibt es dort die Lagune mit Süßwasser, die etwa 6 Meter tief ist. Nachteilig waren dort vor allem die leider nicht so hübschen Mädchen.
Kapstadt / Südafrika – Zeit: Januar, windig zu 80 %, das Wasser war sehr kalt, nur ca. 13°C. Die Luft hingegen hatte ca. 30°C. Der Wind wehte bis zu 30 m/s. Die Seewellen sind dort bis 5 Meter hoch.
sportkiten: Welchen Ort könntest du für Kite-Anfänger empfehlen? Welche sind geeignet für Profis?
Jiri: Anfänger: Die Lagune in Brasilien und Rügen im Norden Deutschlands.
Profis: Cabo Verde, Kapstadt/Südafrika, Cumboco/Brasilien, südliche Küste von Mauritius, Mui Ne/Vietman.
sportkiten: Wie viel kann solch ein Kite-Urlaub kosten?
Jiri: Das ist natürlich abhängig davon, wo du hin möchtest. Vor kurzem war ich in Cabo Verde. Eine Woche kostete ca. 800 €. Sechs Wochen in Brasilien kosteten mich ca. 2000 € ohne die Unterkunft im Hotel. Mit Unterkunft kann man mit ca. 2500 € rechnen. Die meisten Fluggesellschaften rechnen noch einen Zuschlag für den Transport der Ausrüstung dazu.
sportkiten: Was kannst du allgemein empfehlen, wenn jemand mit dem Kitesurfen anfangen möchte?
Jiri: Man muss immer wissen, wo seine Grenzen sind und daher vorsichtig sein. Am Anfang sollte man sich immer einen Kite-Lehrer suchen und einen Kurs für Anfänger absolvieren.
sportkiten: Vielen Dank für das Interview, Jiri! Wir wünschen dir weiterhin viel Spaß auf dem Wasser!
